Ich habe früher gekifft wie ein Schlot, um das Leben in dieser Welt, die ich als sehr entfremdet, unnatürlich und sogar ziemlich krank empfand, auszuhalten. Immer wieder versuchte ich krampfhaft, damit aufzuhören – und scheiterte aus zwei Gründen:
- Ich hatte keine Vision, kein Ziel, wofür ich überhaupt aufhören würde. Kein starkes Bild von mir, was ich vom Leben wollte, was ich erschaffen möchte …
- Ich war mir nicht bewusst, welche Gefühle ich nicht fühlen wollte und stattdessen betäubte.
So gelang es mir zwar immer wieder, meine Sucht eine Weile zu unterbrechen – jedoch mit viel Leid und Willenskraft. Da ich aber nicht die innere Bereitschaft hatte, die Emotionen, die dadurch hochkamen, auszuhalten, übernahm mein Suchtverhalten entweder wieder die Kontrolle, und ich kiffte erneut, oder ich landete in einem Kompensationsverhalten, z. B. Filme schauen.
Spannend war für mich zu beobachten, wie jegliche Süchte von mir abperlten, als ich mir die Themen, die ich dadurch wegdrücken wollte, ansah und bearbeitete. Heute kann ich mein Handy tagelang auslassen, fasten, Alkohol oder Gras unangerührt lassen, denn ich bin zu 100 Prozent auf meine Heilung, Bewusstseinserweiterung und meine Vision ausgerichtet. Ich habe aufgehört, meine Süchte aktiv anzugehen, sondern durch die Aufarbeitung einfach gemerkt, dass ich sie loslassen kann – und dass es mir viel besser geht, wenn ich sie loslasse, weil ich mich den Themen, die sie unterdrücken, sowieso stelle und auch stellen will.
Da wir in einer sehr entfremdeten Welt leben und viele unverarbeitete Gefühle, Traumata und Überforderungen in uns haben, ist es nur nachvollziehbar, dass wir unsere Schatten mit verschiedensten Süchten kompensieren. Dazu gehören besonders Süchte wie soziale Medien, Serien, Pornografie oder grundsätzliche Handysucht.
Dies ist also eine Einladung an dich: Teste mal, was bei dir hochkommt, wenn du dein Handy drei Tage auslässt – oder zumindest keine sozialen Medien verwendest, keine YouTube-Videos oder Serien schaust. Welche Gefühle tauchen auf? Wo kommen sie her? Wie kannst du sie heilen? Wer kann dich dabei unterstützen und dir beistehen?
Sei mutig und geh deinen Weg!
Daniel Attila



